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Ich habe das Auto vor 3 Jahren für 19.000€ als Gebrauchten gekauft, seitdem ist meine Frau damit lediglich 5.000km gefahren. Jetzt ist es nicht mal mehr 8.000€ wert. Wie kann das sein?!?“

Dieser Artikel vom Mai 2019 soll uns einen Überblick über den Fahrzeugmarkt in Deutschland geben und uns damit helfen, die richtige Kaufentscheidung für ein Auto zu treffen.

Insbesondere soll dieser Artikel Expatriates als Hilfestellung nutzen, die für sich oder den Ehepartner ein Fahrzeug über 2-3 Jahre Nutzdauer und für den Einsatz zum Einkaufen, Abholung der Kinder von der Schule und kleine Ausflüge genutzt werden soll.

Grundsätzlich ist unsere Empfehlung von COS: besser einen gut erhaltenen Gebrauchtwagen zu kaufen, anstatt für vergleichsweise hohe Kosten einen neuen Wagen zu leasen.
Man hat damit die Möglichkeit ein besser ausgestattetes und wertvolleres Fahrzeug zu fahren und hat gleichzeitig Kosten gespart.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man einen guten Widerverkaufspreis realisiert.

Wie das geht, erklären wir hier in diesem Artikel.

 

Wie ist der Vergleich von Neufahrzeugen im Vergleich zum Gebrauchtwagenmarkt?

Von den etwa 3.4 Millionen neu-zugelassenen Fahrzeugen im Jahr 2018 wurden 2.2 Millionen gewerblich und 1.2 Millionen privat zugelassen.

Im Gebrauchtwagenbereich wechselten rund 8,66 Millionen Kraftfahrzeuge den Eigentümer, hiervon wurden rund 7 Millionen privat zugelassen. 50% der gebrauchten Fahrzeuge werden über den Markenhandel verkauft. Den mit Abstand größten Anteil davon waren Fahrzeuge mit einem Alter bis zu 2 Jahren.

Dabei haben die Deutschen für einen Neuwagen durchschnittlich 30.000€ ausgegeben. Im Gebrauchtwagensektor waren es im Markenhandel 15.500 € im freien und allgemeinen Gebrauchtwagenhandel werden Fahrzeuge durchschnittlich mit 8.900€ gehandelt.

 

Aus dieser Information erhält man die ersten beiden Erkenntnisse:

1. Für den deutschen Autofahrer ist ein Gebrauchtwagen normal. Nur die wenigsten kaufen sich ein Auto privat als Neuwagen

2. Ein Gebrauchtwagen sollte preislich zwischen 9.000€ und 15.000€ liegen, um einen möglichst geringen Wertverlust zu erreichen.

 

Wie viele Fahrzeuge des allgemeinen Gebrauchtwagenhandels werden gewerblich oder privat verkauft?

Hierzu gibt es keine fixe Zahlen, denn es bestehen starke Schwankungen, die saisonal, sowie durch die wirtschaftliche Lage bestimmt sind. Allerdings lässt sich feststellen, dass die Anzahl von privat verkauften Fahrzeugen sehr stark gesunken ist in den letzten Jahren.

Über eine Auswertung in diversen Internetportalen lässt sich dies bestätigen. Die Abfrage im Dezember 2018 eines 1 Jahr alten gebrauchten VW Golf ergab insgesamt 15.973 Anzeigen. Gerade einmal 119 davon waren als „von privat“ gekennzeichnet. Eine Verschiebung entsteht, wenn nach älteren Fahrzeugen gesucht wird, in diesem Beispiel nach einem 7 Jahre altem Golf. Hier waren von 4086 Anzeigen 861 als „privat“ gekennzeichnet. 

3. Erkenntnis: insbesondere der Markenhandel verkauft keine, oder nur sehr wenige Fahrzeuge die älter sind als 2 Jahre. Gleichfalls kann man auf ein echtes Schnäppchen hoffen, ein junges Gebrauchtfahrzeug von einem Privatanbieter zu ergattern.

 

Welche Motoren sind auf dem deutschen Fahrzeugmarkt am beliebtesten?

Die Hälfte aller neu-zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland stammen aus der Hubraumklasse 1,5-2 Liter. 1.4 Millionen Fahrzeuge wurden aus der darunterliegenden Klasse 1,2-1,4 Liter Hubraum geordert. Lediglich 1,5% aller neu zugelassen Fahrzeuge haben einen größeren Hubraum mit mehr als 3 Liter.

Die Behauptung „Hubraum lässt sich nur durch noch mehr Hubraum ersetzen“ ist nicht nur technisch, sondern nun auch statistisch widerlegt: Im Jahr 2017 wurden Neuwagen mit durchschnittlich 148 PS gekauft, so dass sich die Entwicklung von „Downsizing“ Motoren bei gleichzeitiger Leistungssteigerung endgültig durchgesetzt hat.

Den größten Anteil der Verbrenner-Motoren hält nach wie vor der „Ottomotor“ (Benzin). Rund 2/3 aller Neuwagen wurden damit ausgestattet. Das restliche Drittel entfällt auf den Dieselmotor.

Aufgrund der hitzigen Diskussionen der vergangenen Monate ist davon auszugehen, dass der Anteil von Dieselmotoren in PKW´s stark abnehmen wird. Der Anteil an Hybrid-Antrieben ist laut dem Auto-Motor-Sport Magazin (November 2018) auf immerhin 4,3 Prozent (Plug-in +114%, Full Hyprid +76% im Vergleich zum Vorjahr) gestiegen. Der Anteil an Fahrzeugen mit reinem Elektro-Antrieb beträgt 1,6%. Eine Steigerung von knapp 120% zum Vorjahr. Lediglich 0,2% der neu zugelassenen Fahrzeuge fahren mit Erdgas oder Flüssiggas. Die meisten Gas-Fahrzeuge werden also im Laufe der Nutzung umgerüstet. 

4. Zusammenfassend ist nach heutiger Betrachtung also ein Fahrzeug mit sparsamen Benzinmotor in Kombination mit Elektroantrieb, also Hybrid/Plug-In Hybrid sehr empfehlenswert.

 

Welche Sonder-Ausstattung sollte mindestens gewählt werden?

Zur einfacherer Nachvollziehbarkeit führen wir eine Reihenfolge in Höhe des Aufpreises für die Zusatzausstattung durch.

Während in Amerika Fahrzeuge mit Handschaltung Exoten sind, sogar einen gesonderten Führerschein benötigen, ist in Deutschland laut Branchenverband "Deutsche Automobil Treuhand" (DAT) nur jeder vierte Wagen mit Automatikgetriebe ausgestattet. Früher waren Automatikgetriebe für Fahrzeuge der Luxusklasse vorbehalten, oder mussten für sehr hohe Aufpreise als Sonderausstattung geordert werden. Heute besteht eine Trendwende hin zum Automatikgetriebe bzw. automatisierten Getriebe. Und diese Trendwende wird zusätzlich durch die Elektromobilität (keine Handschaltung) unterstützt: "Autos mit Handschaltung werden in einigen Jahrzehnten ein Nischenprodukt sein" (ADAC-Technikzentrum Landsberg). 

Die meisten Airbags (Front-und Seitenairbags) sind zwischenzeitlich gesetzlich vorgeschrieben. Optional, ohne gesetzliche Vorgabe, sind Knie-/Fond-/ Window-Airbags. Jeder zusätzliche Airbag bringt mehr Sicherheit. Ähnlich verhält es sich mit Sicherheitssystemen wie Distronic, Active-Brake-Assist, Spurwechselassistenten.
Wird Kunden ein Sicherheitssystem richtig erklärt und ist der Preis für die zusätzliche Ausstattung angemessen, dann entscheiden sich die meisten Autokäufer für diese Option.

Obwohl jedem bewusst ist, dass mit dem Smartphone eine bessere Navigation erreicht wird, ist den Kunden in Deutschland eine integrierte (also aufgeräumte) Lösung sehr wichtig. Am liebsten ist den deutschen Kunden das leistungsfähigste Navi mit dem größten Display. Die Folge daraus ist, dass Gebrauchtfahrzeuge ohne integriertes Navigationssystem einen sehr starken Wertverlust haben. Untermauert wird diese Aussage beispielsweise hierdurch: die neue Mercedes-Benz G Klasse wird trotz des Charakters des Ur-Geländewagens heutzutage zu 2/3 mit optionalem Doppeldisplay geordert anstatt mit klassischen Zeigerinstrumenten.

Fahrzeuge ohne Klimaanlage sind quasi unverkäuflich. Auf diese Komfort- und Sicherheitsausstattung verzichtet heutzutage niemand mehr.

Wichtig ist den Kunden auch das Plus an Sicherheit durch Xenon/LED Scheinwerfer oder gar Laserlicht, damit folgen sie der Empfehlung durch den ADAC. Jedem der den Unterschied zwischen normalen Halogen-Scheinwerfern und modernen Scheinwerfern erlebt hat, wird dies bewusst. Xenon/LED Scheinwerfer bieten in etwa die doppelte Reichweite als ein herkömmlicher Halogenscheinwerfer. Jedoch nicht nur die Reichweite, sondern auch die Lichtausbeute ist viel besser. Dadurch, dass man mögliche Gefahren früher und besser erkennt, fühlt man sich deutlich sicherer und man fährt dadurch wesentlich entspannter.

Ledersitze werten das Fahrzeug enorm auf. Die Verschleißfestigkeit von Leder ist stark, es ist leicht zu reinigen, es fühlt sich sehr gut an und sieht toll aus. Auch aus hygienischen Gründen ist ein Fahrzeug mit Ledersitzen wesentlich attraktiver, als ein Fahrzeug mit Stoffbezug. Leder erfordert jedoch mindestens zweimal jährlich eine umfangreiche Pflege, sonst entstehen Falten oder gar Risse. Eine Sitzheizung bei Lederausstattung ist obligatorisch, ansonsten ist das Auto unverkäuflich.

Ein Geheimtipp mit welchem sich durch einen vergleichsweise geringen Aufpreis eine hohe Attraktivität und damit ein sehr guter Verkaufspreis erzielen lässt, ist eine Anhängerkupplung. Selbst wenn die meisten Menschen diese nur selten benutzen, sind sie dennoch sehr an der Flexibilität interessiert.

5. Erkenntnis: soll ein Fahrzeug attraktiv für den Weiterverkauf sein, so sollte es mit Automatikgetriebe, umfangreicher Sicherheitsausstattung, Klimaanlage, einem fest installierten Navigationssystem und möglichst mit Ledersitzen ausgestattet sein.

  

Spielt die Energie-Effizienz eine Rolle bei der Kaufentscheidung?

Aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2017 zeigt sich, dass die Energie-Effizienz auch ein wesentlicher Entscheidungsfaktor für den Fahrzeugkauf ist. Die derzeit beste Klasse A+ erreichten 11,4 Prozent der Neuwagen. Auf die Klassen A und B entfielen 23,6 Prozent, beziehungsweise 37,0 Prozent. Die durchschnittliche CO2 Emission ist gegenüber dem Vorjahr um 0,5 g/km auf 127,9 g/km (+0,4 %) leicht angestiegen.
Durch die derzeitigen hitzigen Diskussionen bezüglich Feinstaub und Stickstoffemission und den daraus resultierenden Fahrverboten, wird sicherlich die ADAC Ecotest Einstufung zukünftig von sehr hoher Relevanz sein.
Der ADAC hat bei vielen Modellen die Emissions-Messdaten vom Prüfstand, mit den im tatsächlichen Fahrbetrieb ausgestoßenen Emissionen verglichen.
Hier landen Nissan NP300 Navara, Isuzu D-max, KIA Sorento und Ssang-Yong Rexton und der Korando auf den letzten Plätzen. Derartige Modelle werden also einen enormen Wertverlust haben.
Die Hypridmodelle Hyundai IONIQ, BMWi3, VW e-Golf, VW –up!, sowie der SMART EQ hingegen, stehen auf den ersten Plätzen.

6. Einen Blick in die Datenbank vom ADAC „Eco-Test“ zu werfen, schadet nicht und hilft Fehlentscheidungen zu vermeiden.

 

Welche PKW Modelle werden am meisten von den Deutschen gekauft?

Das größte Segment der neu zugelassenen PKW´s in Deutschland bildet die Kompaktklasse mit einem Anteil von etwas über 23%. Mitunter wird diese Fahrzeugkategorie auch als untere Mittelklasse verstanden oder gar, weil dieses Auto diese Klasse repräsentiert: die Golfklasse. Zu der Kompaktklasse gehören beispielsweise folgende Autos: Golf, Focus, Civic, 1er, A-Klasse, Mazda3, Prius, Auris, Oktavia usw.

Sehr stark ist das Segment der SUV (Sports Utility Vehicle) gewachsen, so dass diese nun das zweitgrößte Segment mit 15,2 % bildet. Typische SUV sind der Cayenne, M-Klasse, Q7, X5 usw.

Gefolgt wird dieses Segment von den Kleinwagen (Polo, Up, IQ,..) mit 14,5 P% bzw. der Mitteklasse (C-Klasse, 3er, A4, Passat, usw.) mit 11,9%.
Mit knapp 31% werden die restlichen Fahrzeugklassen zusammengefasst, zu denen Cabrios, Luxusfahrzeuge, Pick-ups, Großraum-Limousinen, Wohnmobile, Sportwagen usw. zählen. Nachdem diese Fahrzeuge eher als exotisch einzustufen sind, ist eine individuelle Betrachtung erforderlich, um Empfehlungen geben zu können.

7. Klare Kaufempfehlung, wenn sich damit die Anforderungen an ein Auto zu 80% mit dieser Fahrzeugklasse realisieren lassen: ein Fahrzeug der Kompaktklasse.

 

Welche Marken sind attraktiv?

Wie aus den Zulassungsstatistiken des deutschen Kraftfahrt Bundesamtes zu erkennen ist, liegen die deutschen Marken auf dem hiesigen Markt an vorderster Stelle. Der Platzhirsch Volkswagen konnte trotz des „Diesel-Gates“ nicht von seiner Spitzenposition verdrängt werden und liegt mit einem 18,4% Marktanteil deutlich auf erster Stelle. An zweiter Stelle steht Mercedes-Benz mit knapp 320.000 verkauften Einheiten und konnte damit im Jahr 2018 „nur“ der Hälfte der Stückzahl von Volkswagen absetzen.

Die Marken BMW und Audi tauschen häufig die Plätze drei und vier. Bei Audi gab es zuletzt einen starken Absatzeinbruch aufgrund des Umgangs mit dem schärferen Abgasprüfzyklus WLTP. Auf Platz fünf und sechs bleiben die Marken Ford und Opel, die vor allem in Nord und Ost-Deutschland vergleichsweise beliebt sind.

Bei den Importmarken ist hervorzuheben, dass im Jahr 2018 Tesla mit seinen Elektrofahrzeugen einen riesigen Zuwachs von knapp 75% verzeichnete. Der Marktanteil ist jedoch nach Information des Handelsblatts mit knapp 2000 Einheiten verschwindend gering. Nachdem die Produktionskapazitäten von Tesla zwischenzeitlich stark gesteigert wurden, wird sich der Absatz im Jahr 2019 sicherlich nach oben entwickeln. Die Deutschen lieben die Fahrzeuge von Skoda (5,6%), weil diese mit technisch ausgereiften VW Teilen ausgestattet, jedoch durch die Produktion in Tschechien kostengünstig produziert werden.  Renault liegt aufgrund der kostengünstigen Kleinwagen im Portfolio auf Platz 2 (3,9%). Der koreanische Hersteller Hyundai (3,1%) ist nach wie vor durch die kluge Preispolitik und sehr guten Garantieleistungen zusammen mit Seat an dritter Stelle.  Seat (3,1%) gehört ebenfalls zum VW-Konzern und bietet die gleichen Vorteile wie Skoda. Aufgrund der höheren Produktionskosten und der Positionierung von eher sportlichen Fahrzeugen, liegen diese preislich, vor allem im Zubehör, etwas höher als Skoda.

Voraussetzung einen guten Widerverkaufspreis zu erreichen, ist es, ein auf dem deutschen Markt attraktives und gesuchtes Fahrzeug zu kaufen, anstatt sich für ein Fahrzeug zu entscheiden, welches zwar günstig erscheint, aber in Wahrheit ein Ladenhüter ist.

Typ Einheiten 2018
VW Golf 211.517
VW Tiguan 74.749
VW Polo 70.488
VW Passat 70.007
MB C Klasse 62.784
Skoda Octavia 58.444
Audi A4 53.340
MB E-Klasse 51.175
Mini 50.494
Ford Focus 49.278
Opel Corsa 47.848
Ford Fiesta 47.222
Opel Astra 45.932
Audi A3 45.901
Skoda Fabia 44.900
BMW 1er 44.193
Seat Leon 43.045
VW Touran 42.623
BMW 5er 42.356
Ford Kuga 42.276
MB GLC 40.438
VW Transporter 39.433
BMW 2er 38.189
Audi A6 37.170
VW Up 35.401
VW T-Roc 35.229
MB A-Klasse 35.252
BMW 3er 34.514
Fiat 500 31.589
BMW X1 31.521
VW Caddy 30.896
Smart Fortwo 27.405
Dacia Sandero 25.109
MB B-Klasse 24.846
Opel Insignia 24.755
Hyundai Tucson 24.055
Toyota Yaris 23.914
Renault Captur 23.834
Renault Clio 23.575
Opel Mokka 22.790
Dacia Duster 22.664
Hyundai i20 22.559
Opel Adam 22.297
Opel Crossland X 22.217
Nissan Qashqai 22.143
Seat Arona 22.053
Huyundai i30 22.044
Citroen C3 21.844
Ford Ecosport 21.664
Skoda Karoq 21.054

 

8.  Auswahl eines Fahrzeuges von den besten KFZ-Herstellern beschränken und attraktive Modelle auswählen, die hohe Absatzzahlen haben. 

 

Welche PKW-Farben sind in Deutschland attraktiv?

Die Aussenfarbe ist für viele Fahrzeugkunden elementar, daher wird hier besonders auf diese Fragestellung eingegangen.

In den 80er Jahren dominierten vor allem die Farben rot und grün bei den PKWs. Jedes vierte Fahrzeug wurde in diesen Farben ausgeliefert. Weiß, war damals sehr „in“, und lag zusammen mit blau auf dem dritten Platz. Schwarz hingegen war am seltensten nur 31500 Fahrzeuge von insgesamt 2,4 Millionen neu-zugelassenen Fahrzeugen waren schwarz.

Erstaunlich ist, wie innerhalb von 10 Jahren ein anderes Bild auf deutschen Straßen entstand: rot (720.000 Einheiten) und insbesondere grün (600.000 Einheiten) führten zwar anfangs immer noch die Statistik an, doch schwarz und grau gewann stark an Attraktivität. Sicherlich hatte auch das Design der Fahrzeuge, in welcher die Aerodynamik priorisiert wurde, Einfluss auf diese Entwicklung. Mitte der 90er kam schwarz und grau an die Spitzenposition der Statistik. Mehr als die Hälfte der 3.3 Millionen neu-zugelassenen Fahrzeuge wurden in schwarz oder grau ausgeliefert. Weiss spielte gar keine Rolle. „Auf Weiss sieht man jeden kleinen Schmutzfleck, da muss man die ganze Zeit Auto waschen“, waren die Stimmen. Es war sogar verpönt ein weißes Fahrzeug zu fahren, die Leute empfanden es als „geschmacklos“, die Autos würden aussehen wie „gerade grundiert und dann vergessen mit Farbe zu lackieren“. Entsprechend waren weiße Fahrzeuge geradezu unverkäuflich und hatten häufig einen Wertnachteil von -20%!

Die Attraktivität von dunkeln Fahrzeugen hält bis heute an. Dunkle Farben stehen nach wie vor für Eleganz. Jeweils ein Drittel der Fahrzeuge sind schwarz, oder grau. Seit 2010 ist weiß in Deutschland wieder modern geworden, insbesondere bei Luxusfahrzeugen. So dass im Jahr 2017 rund ein Sechstel der 3.3 Millionen neuen Fahrzeuge in weiß ausgeliefert wurden. Die Auslieferung von roten oder blauen Fahrzeuge hingegen, mit jeweils 320.000 bzw. 220.00 Einheiten, ist stark gesunken. Grüne Fahrzeuge, mit gerade einmal 39.000 Einheiten, sind fast schon zum Exoten geworden. 

 

9. Aussenfarben sind für viele Menschen die wichtigste Kaufentscheidung. Also muss diese so gewählt werden, dass sie den meisten Menschen gefällt: schwarz, grau, weiß

 

Um welche Fahrzeuge sollte man besser einen Bogen machen, um nicht durch technische Fehler böse Überraschungen zu erleben?

Das Statistische Bundesamt hat die Zahlen für 2017 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass 28,1 Millionen Fahrzeuge untersucht wurden, wobei 34% davon beanstandet wurden.

Häufigster Mangel sind die lichttechnischen Anlagen und die Elektrik/Elektronik. Darunter fallen nicht defekte Glühbirnen, die bei manchen Prüfstätten sogar direkt ausgetauscht werden können, sondern Schäden, die einer umfangreichen Reparatur (z.B. Austausch Kabelbaum, Steuergerät usw.) bedürfen.
An zweiter Stelle stehen Mängel an der Bremsanlage. Gefolgt von Mängeln an der Achse, Aufhängung und der Räder. Insbesondere bei den älteren Fahrzeugen sorgen Ölverlust und Schäden am Rahmen für eine nicht bestandene Hauptuntersuchung und damit manchmal zum wirtschaftlichen Totalschaden. Von allen im Jahr 2017 untersuchten Fahrzeugen waren 15,3 Millionen über 9 Jahre alt.
Diese Information bestätigt die, für die meisten Menschen, überraschende Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamtes: alle in Deutschland zugelassenen PKW´s sind durchschnittlich 10 Jahre alt!

Es gibt Fahrzeughersteller, die sehr schöne und günstige Autos herstellen. Eine technische Betrachtung hinsichtlich Fahrverhalten, Sicherheit und Haltbarkeit und der damit zusammenhängenden Wirkung auf den Wertverlust, führt dazu, dass wir diese Fahrzeuge nicht empfehlen. Einige dieser Hersteller haben sich darauf spezialisiert, Personengruppen welche technische Eigenschaften nicht beurteilen können, zu „emotionalisieren“. So schlagen beispielsweise Frauenherzen bei großen Scheinwerfer höher. Auch jeder zweite SUV wird zwischenzeitlich von Frauen gefahren, weil sie sich darin „beschützt“ fühlen. Männer hingegen können bei rassigem oder sportlichem Design schwer widerstehen und treffen damit Kauf-Entscheidungen, die sachlich nicht begründet werden können.

10. Wenn man kein absoluter Autofan ist, empfehlen wir einen emotionalen Kauf zu unterlassen und sich auf Modelle der bewährten deutschen und japanischen Hersteller zu beschränken.

 

 

 

 

 

 

 

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